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Synästhesie

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Was ist Synästhesie?

Synästhesie ist – wie z.B. das absolute Gehör – eine angeborene Wahrnehmungsgabe. Eine von 23 Personen verfügt über diese Gabe. Sie ist das Resultat einer spezifischen Vernetzung im Gehirn. Aufgrund der Häufung in Familien wird Erblichkeit angenommen.

Das Wort Synästhesie ist abgeleitet von den altgriechischen Wörtern syn (= zusammen) und aisthesis (= Empfinden), d.h die Miterregung eines Sinnesorgans bei Reizung eines anderen. Synästhesie beruht auf einem zusätzlichen Kanal der Wahrnehmung. Manche Synästhetiker können Buchstaben fühlen oder Worte schmecken. Andere können Töne in bunten Farben sehen ("Farbenhören").

Genuine Synästhesie: Alle Arten von Synästhesie, bei denen eine äußere Wahrnehmung unwillkürlich eine synästhetische Wahrnehmung auslöst. Das Charakteristische an dieser angeborenen Synästhesie besteht in der Unveränderlichkeit des jeweiligen synästhetischen Eindrucks (ein Trompetenton z. B. wird immer mit einen blauen runden Eindruck verbunden).

Gefühlssynästhesie ist eine Unterform der genuinen Synästhesie. Hier lösen Gefühle Wahrnehmungen aus, z. B. Farbensehen. Gefühlssynästhetiker bilden z.B. auf dem zweiten inneren "Bildschirm" nicht den semantischen Inhalt aus einem anderen Sinneskanal ab, sondern vielmehr die dabei mitlaufenden eigenen emotionellen Gefühlszustände. Gefühlssynästhetische Wahrnehmungen unterliegen einer gewissen Varianz, denn ebenso wie die beteiligten Emotionen können sie nicht genau gleich reproduziert werden. Bei einigen genuinen synästhetischen Wahrnehmungen ist dies ebenfalls beobachtbar. So wird z. B. beim Farbenhören der Grundcharakter der Wahrnehmung von Musik zwar gleich bleiben (z. B. die Grundfarbnuance oder die taktile Beschaffenheit des Instrumentenklangs), aber ein Klang aus unterschiedlichen Quellen (verrauschtes Kofferradio versus HiFi-Anlage) ruft möglicherweise entsprechend unterschiedliche Wahrnehmungen hervor.

 

(siehe auch: http://www.synaesthesie.org/3synaesthesia/Syn_e4sthesie)